Home : Geschichte

Geschichte

Skispringen in Oberstdorf

Die erste Schanze in Oberstdorf entstand um 1910 an der Halde (am Hang Richtung Loretto-Kapelle). Da diese Örtlichkeit aufgrund des kurzen Anlaufs und der sonnigen Lage nicht optimal war, suchten der Skiclub Oberstdorf und der Sportausschuss des Verkehr- und Kurvereins einen idealeren Standort. Diesen fand man am Fuß des Schattenbergs. Auf dem gemeindeeigenen Grund wurde nun nach den Plänen des Architekten Hans Schwendinger die neue Schanze gebaut.

Am 27. Dezember 1925 wurde dann das 1. mal auf der „Schattenbergschanze“ gesprungen. Der Schanzenrekord von Gustl Müller aus Bayrisch-Zell lag bei 35m. Dieser Rekord wurde am 01.01. 1927 vom Oberstdorfer Olympiateilnehmer Franz Thannheimer auf 46m verbessert.

Im Jahre 1930 wurde die Schanze für die Deutsche Meisterschaften vergrößert, 1936 nochmals für das Qualifikationsspringen für die Olympischen Spiele. Heini Klopfer stellte bei diesem Wettbewerb vor 7000 Zuschauern mit 59m den neuen Rekord auf. Nach einem letzten Springen im Jahr 1941 verfiel die Schanze. Wegen den Kriegswirren kümmerte man sich nicht mehr um den Erhalt und die Pflege der Schanzen.

Kurz nach dem Krieg wurde die Schanze mit freiwilligen Helfen und dem von den Rechtlern und der Gemeinde gestifteten Holz wieder aufgebaut . Schon am 1. Januar 1946 konnte wieder gesprungen werden. Sepp Weiler war in den folgenden Jahren der Rekordhalter und schraubte die Höchstweite bis auf 82m im Jahr 1950.

Am 4. Januar 1953 kam dann der große internationale Durchbruch für die Schattenbergschanze. Mit der ersten Vierschanzentournee wurde die größte und bedeutendste Skisprung-Serie der Welt ins Leben gerufen. Seitdem findet das Eröffnungsspringen alljährlich kurz vor Silvester in Oberstdorf statt.

Rechtzeitig zur 21. Vierschanzentournee 1972 wurde östlich neben der bestehenden hölzernen Anlage die neue Schanze K115 aus Stahlbeton fertig gestellt. Auch die Holzschanze wurde modernisiert.

Immer wieder wurde die Schanze durch kleine Umbauten auf die neuesten Sicherheitsstandards gebracht.

Später wurde die bestehende 70-Meter- Schanze ausgebaut und der Holzturm ebenfalls durch einen Stahlbetonturm ersetzt.

1987 war das Schattenberg-Skistadion Schauplatz der Nordischen Skiweltmeisterschaften. Hier fanden Spezial- und Kombinationswettbewerbe statt.

Neben den großen Schanzen entstanden auch 3 weitere Kleinschanzen die hauptsächlich für den Springernachwuchs genutzt werden.

1997 wurden die Schanzen mit einer neuartigen Aufstiegshilfe ausgestattet, im Jahr 2000 wurde der Zuschauer-Bereich für 1 Million DM erweitert. Der Faltenbach wurde mit einer Stehplatztribüne überbaut.

Der Umbau für die nordischen Ski-Weltmeisterschaften 2005



Im Jahr 2003 startete der knapp 17 Millionen Euro teure Umbau der Schanzenanlage für die Nordische WM 2005. Die bisherige K 115 wurde innerhalb von 9 Monaten zu einer HS 137-Schanze ausgebaut, auf welcher weitere Sprünge ermöglicht werden. Spektakulär war das millimetergenaue Aufsetzen des zweiten Teils der Anlaufspur mithilfe von drei Schwerlast-Kränen: ein 55 Meter langer und 80 Tonnen schwerer Koloss aus Holz und Stahl wurde in einer Höhe von 30 Meter auf den Anlaufturm angebracht und schräg ans untere Element angeschraubt.

Neu ist außerdem der Schrägaufzug, welcher pro Fahrt bis zu 40 Personen vom Auslauf zum Schanzentisch befördern kann. Weiterhin wurde auch das Stadion umgebaut und ein neues Funktionsgebäude entstand.

Nun zählt die Schanzenanlage zu den modernsten Skisprung-Anlagen weltweit und wurde im Herbst 2004 „Erdinger Arena“ getauft.

Die offizielle Eröffnungsfeier fand am 27. Dezember 2003 statt. Der Oberstdorfer Georg Späth (links) wagte den 1. Sprung über die neue HS 137.

alle bisherigen Tournee-Gesamtsieger im Überblick:

  • 1953: Sepp Bradl (AUT)
  • 1953/54: Olav Björnstad (NOR)
  • 1954/55: Hemmo Silvenoinen (FIN)
  • 1955/56: Nikolai Kamenski (SOV)
  • 1956/57: Pentti Uotinen (FIN)
  • 1957/58: Helmut Recknagel (DDR)
  • 1958/59: Helmut Recknagel (DDR)
  • 1959/60: Max Bolkart (BRD)
  • 1960/61: Helmut Recknagel (DDR)
  • 1961/62: Eino Kirjonen (FIN)
  • 1962/63: Toralf Engan (NOR)
  • 1963/64: Veikko Kankkonen (FIN)
  • 1964/65: Torgeir Brandtzäg (NOR)
  • 1965/66: Veikko Kankkonen (FIN)
  • 1966/67: Björn Wirkola (NOR)
  • 1967/68: Björn Wirkola (NOR)
  • 1968/69: Björn Wirkola (NOR)
  • 1969/70: Horst Queck (DDR)
  • 1970/71: Jiri Raska (TCH)
  • 1971/72: Ingolf Mork (NOR)
  • 1972/73: Rainer Schmidt (DDR)
  • 1973/74: Hans-Georg Aschenbach (DDR)
  • 1974/75: Willi Pürstl (AUT)
  • 1975/76: Jochen Danneberg (DDR)
  • 1976/77: Jochen Danneberg (DDR)
  • 1977/78: Kari Yliantilla (FIN)
  • 1978/79: Pentti Kokkonen (FIN)
  • 1979/80: Hubert Neuper (AUT)
  • 1980/81: Hubert Neuper (AUT)
  • 1981/82: Manfred Deckert (DDR)
  • 1982/83: Matti Nykänen (FIN)
  • 1983/84: Jens Weißflog (DDR)
  • 1984/85: Jens Weißflog (DDR)
  • 1985/86: Ernst Vettori (AUT)
  • 1986/87: Ernst Vettori (AUT)
  • 1987/88: Matti Nykänen (FIN)
  • 1988/89: Risto Laakonen (FIN)
  • 1989/90: Dieter Thoma (BRD)
  • 1990/91: Jens Weißflog (GER)
  • 1991/92: Toni Nieminen (FIN)
  • 1992/93: Andreas Goldberger (AUT)
  • 1993/94: Espen Bredesen (NOR)
  • 1994/95: Andreas Goldberger (AUT)
  • 1995/96: Jens Weißflog (GER)
  • 1996/97: Primoz Peterka (SLO)
  • 1997/98: Kazuyoshi Funaki (JPN)
  • 1998/99: Janne Ahonen (FIN)
  • 1999/00: Andreas Widhölzl (AUT)
  • 2000/01: Adam Malysz (POL)
  • 2001/02: Sven Hannawald (GER)
  • 2002/03: Janne Ahonen (FIN)
  • 2003/04: Sigurd Pettersen (NOR)
  • 2004/05: Janne Ahonen (FIN)
  • 2005/06: Jakub Janda (TCH) und Janne Ahonen (FIN) - punktgleich
  • 2006/07: Anders Jacobsen (NOR)
  • 2007/08: Janne Ahonen (FIN)
  • 2008/09: Wolfgang Loitzl (AUT)
  • 2009/10: Andreas Kofler (AUT)

alle bisherigen Oberstdorf-Sieger im Überblick:

  • 1953: Krocken (NOR)
  • 1953/54: Björnstad (NOR)
  • 1954/55:  Kallakorpi (FIN)
  • 1955/56: Kirjonen und Kallakorpi (FIN)
  • 1956/57:  Uotinen (FIN)
  • 1957/58: Kamenski (SOV)
  • 1958/59: Recknagel (DDR)
  • 1959/60: Bolkart (BRD)
  • 1960/61: Kärkinen (FIN)
  • 1961/62: Kirjonen (FIN)
  • 1962/63: Engan (NOR)
  • 1963/64: Yggeseth (NOR)
  • 1964/65: Brandtzäg (NOR)
  • 1965/66: Kankkonen (FIN)
  • 1966/67: Neuendorf (DDR)
  • 1967/68: Neuendorf (DDR)
  • 1968/69: Wirkola (NOR)
  • 1969/70: Napalkov (SOV)
  • 1970/71: Mork (NOR)
  • 1971/72: Kasaya (JPN)
  • 1972/73: Schmidt (DDR)
  • 1973/74: Aschenbach (DDR)
  • 1974/75: Pürstl (AUT)
  • 1975/76: Innauer (AUT)
  • 1976/77: Innauer (AUT)
  • 1977/78: Buse (DDR)
  • 1978/79: Iwanow (SOV)
  • 1979/80: Danneberg (DDR)
  • 1980/81: Neuper (AUT)
  • 1981/82: Nykänen (FIN)
  • 1982/83: Bulau (CAN)
  • 1983/84: Ostwald (DDR)
  • 1984/85: Vettori (AUT)
  • 1985/86: Suorsa (FIN)
  • 1986/87: Opaas (NOR)
  • 1987/88: Ploc (TCH)
  • 1988/89: Thoma (BRD)
  • 1989/90: Thoma (BRD)
  • 1990/91: Weißflog (GER)
  • 1991/92: Nieminen (FIN)
  • 1992/93: Duffner (GER)
  • 1993/94: Weißflog (GER)
  • 1994/95: Schwarzenberger (AUT)
  • 1995/96: Laitinen (FIN)
  • 1996/97: Thoma (GER)
  • 1997/98: Funaki (JPN)
  • 1998/99: Schmitt (GER)
  • 1999/00: Schmitt (GER)
  • 2000/01: Schmitt (GER)
  • 2001/02: Hannawald (GER)
  • 2002/03: Hannawald (GER)
  • 2003/04: Pettersen (NOR)
  • 2004/05: Ahonen (FIN)
  • 2005/06: Ahonen (FIN)
  • 2006/07: Schlierenzauer (AUT)
  • 2007/08: Morgenstern (AUT)
  • 2008/09: Ammann (SUI)
  • 2009/10: Andreas Kofler (AUT)