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Home : news : 2012 : Höhenluft geschnuppert

Höhenluft geschnuppert

Skisprungschnupperkurs in der Erdinger Arena

18.01.2012 - 15:26 Uhr

Kalt, sehr kalt ist es an diesem Nachmittag in der Erdinger Arena. Doch trotz der knackigen Minusgrade schwitzen die sechs Skispringer, die wieder und wieder die vielen Stufen zur Schanze hoch stapfen. Aller Anfang ist schwer und Ralf Schmid muntert seine Schüler auf: „Einmal noch den Auslauf  der  K-19-Schanze hinunter, dann geht’s hinüber zur 30er. Dorthin gelangt man sehr bequem mit dem Aufzug."
Sandra hat aber nicht nur vom ungewohnten Treppensteigen ganz rosige Wangen. Ein wenig aufgeregt ist sie schon vor dem ersten Sprung von einer richtigen Schanze. Schon um sechs Uhr morgens ist sie mit ihrer Mutter losgefahren in Hünfeld bei Fulda, um dabei zu sein beim Schnupperkurs im Skispringen. Die 22-Jährige hatte von der Verlosung über Facebook erfahren, sich beworben und prompt einen Platz ergattert. „Ich probiere gern etwas Neues aus“, erklärt sie ihre Lust auf Abenteuer, für die Sie sich einen Tag Urlaub genommen hat. Die Sprunganlage in Oberstdorf hat sie noch nie zuvor erlebt und ist entsprechend beeindruckt: „Ich finde schon die kleine Schanze ganz schön groß“. Uwe ist beim Anblick der imposanten Schanzen wenig eingeschüchtert. „ich finde es toll, das ich hier einmal ausprobieren kann, was mich auf der Piste immer juckt“. Dort verzichte er jedoch auf große Sprünge, um andere Skifahrer nicht zu gefährden. Auch Daniel (49), Sven (37), Eren (20) und Anna, die mit ihren 13 Jahren die jüngste im Kurs ist, genießen es, dass ihnen die große Arena heute ganz allein gehört.
Trainer Ralf Schmid erklärt den Anfängern, welche Position der Körper in der Anlaufspur haben sollte, wo die Hände abbleiben und wie der Springer beim Absprung den Druck nicht etwa auf die Zehen, sondern auf den gesamten Fuß bringt. Mit den eigenen Alpinskiern geht es zunächst den Auslauf der Übungsschanzen hinunter. „Sie machen es alle richtig gut“, stellt Schmid fest, als sie endlich der Reihe nach auf dem Balken hocken und warten auf das Signal „Schanze frei - Springer kommt“. Dabei haben es die Neulinge mit den taillierten Latten gar nicht so einfach. Entsprechend gespannt sind sie auf den versprochenen Skiwechsel. So ganz geheuer sind die echten Sprungskier unter den Füßen anfangs jedoch nicht. „Das schlackert doch alles recht heftig“, beschreibt Sandra das ungewohnte Verhalten des Skis, mit dem es ohne Kanten talwärts geht. Ralf Schmid versucht unterdes nicht nur immer wieder geduldig, seinen Schützlingen Fehler zu erläutern und die Haltung zu verbessern. Er plaudert auch gern aus seinem reichen Erfahrungsschatz als Nachwuchstrainer und langjähriger Rennleiter der Tournee-Springen in Oberstdorf, von Anläufen und Anlaufgeschwindigkeiten, von Schnellkraft und den athletischen Anforderungen an Spezialspringer und Nordische Kombinierer.
All zu schnell sind die zweieinhalb Stunden Schnuppertraining zu Ende. Sven ist am Ende mehr als zufrieden: „ Wenn ich jünger wäre, wäre ich im Training dabei“, sagt er auf dem Rückweg zum Auto. Für Anna war der Nachmittag auf den Übungsschanzen „supercool“. Ihr Vater hat sie fotografiert und anhand der Bilder stellt sie stolz fest, dass sie schon nach dien ersten Sprünge immerhin bei zehn Metern gelandet ist „Ein echtes Fluggefühl hast du bei diesen Weiten natürlich nicht“, räumt sie ein. Doch der Schnupperkurs hat bei ihr die Lust auf mehr geweckt. Das Angebot von Coach Schmid, doch mal beim regelmäßigen Nachwuchstraining des Skiclubs Oberstdorf vorbeizuschauen, will sie auf alle Fälle wahrnehmen.